Gemeinde Sigmaringendorf

Seitenbereiche

Seiteninhalt

News

Die neuesten Beiträge der Gemeinde Sigmaringendorf

Landkreis weitet Beratungsangebot zum Coronavirus aus - aktualisiert am 24.03.2020

Pressemitteilung
Nr. 074/2020
 
Landkreis weitet Beratungsangebot aus: Alle ordnungsrechtlichen Fragen werden über post.coronaverordnung@lrasig.de beantwortet
 
Die von der Landesregierung erlassene Corona-Verordnung legt nun Verhaltensregeln fest, löst in der praktischen Umsetzung aber auch Fragen aus. Jeder Einzelne ist bestrebt gute Lösungen zu finden, um unter Einhaltung der Verordnung seine Einrichtung, Betrieb oder Dienstleistung weiterzuführen. Bei der Suche nach Lösungen steht von nun an der Fachbereich Recht und Ordnung des Landratsamtes in Kooperation mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Landkreis Sigmaringen mit Rat zur Verfügung.
 
Ratsuchende können sich via Mail unter post.coronaverordnung@lrasig.de an das zentrale Postfach wenden. Von dort aus werden die Anfragen an den passenden Ansprechpartner weitergeleitet, welcher dem Fragestellenden dann mit Rat oder weiterführenden Informationen gerne zur Verfügung steht.
 
Landrätin Stefanie Bürkle beschreibt diesen neuen Service so: „So vielfältig die Auswirkungen der Corona-Pandemie in unserer Gesellschaft nun sind, so vielfältig sind die uns erreichenden Fragen. Das zentrale Postfach kommt dabei einem Lotsen gleich, der die Fragen an die richtige Stelle in unserem Haus weiterleitet. Sollten wir auf eine Frage im Haus keine Antwort finden, so versuchen wir den richtigen Ansprechpartner zu vermitteln.“
 
Neben dem Callcenter des Gesundheitsamtes, welches sich speziell um die gesundheitlichen Fragen wie der Ansteckung und dem Kontaktpersonenmanagement kümmert, wird das zentrale Postfach alle ordnungsrechtlichen Fragen abdecken. Dies sind vor allem Fragen zum jetzt erlassenden Kontaktverbot, zur Schließung von Einrichtungen, zu zulässigen und nicht zulässigen Dienstleistungen und Handelsbetrieben sowie zu noch möglichen Zusammenkünften.

 
 
 
Für Gewerbetreibende stehen alle relevanten Informationen unter www.wirtschaftsradar.net gebündelt zur Verfügung.
 
Für existenzielle Fragen und finanzielle Hilfen hat auch das Wirtschaftsministerium eine Corona-Hotline eingerichtet. Diese ist unter 0800 40 200 88 von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr gebührenfrei zu erreichen und mit Experten zu vielen Wirtschaftsthemen besetzt.
 
Weiterhin ist das Callcenter des Gesundheitsamtes für alle gesundheitlichen Fragen täglich von 9:00 bis 12:00 Uhr und von 13:00 bis 17:00 Uhr unter 07571 102-6466 zur erreichen.
 
Das Landesgesundheitsamt (LGA) Baden-Württemberg ist von Montag bis Sonntag zwischen 9 und 18 Uhr unter der Nummer  0711 904-39555 erreichbar.
 
Die Hotline des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr unter der Nummer 030  346 465 100 zu erreichen.


 
Im Landkreis Sigmaringen gibt es zum 24. März 128 Covid-19-Erkrankte. 3 Personen sind wieder genesen.

 Pressemitteilung                                                                                      
Nr. 074/2020
 
 
Landkreis und SRH Kliniken sind auf die weitere Ausbreitung des Coronavirus gut vorbereitet
 
Im Landkreis Sigmaringen sind zum 23. März 104 Personen positiv auf das Corona Virus getestet worden. 3 Personen sind mittlerweile wieder aus der Quarantäne entlassen, das heißt, sie zeigen nach ihrer Ansteckung keine Symptome mehr. Die Zahl der positiv getesteten Personen ist allenfalls nur noch ein Indikator für die Ausbreitung des Virus im Kreis Sigmaringen. In den Laboren gibt es mittlerweile Wartezeiten von zwei oder mehr Tagen, aktuell sind noch 250 Testergebnisse ausstehend.
 
Aus diesem Grund müssen die Kriterien, wer getestet werden kann, weiter verschärft werden. Es müssen ein enger Kontakt zu einem bestätigten COVID-19 Fall und eine deutliche typische Symptomatik vorliegen. Berücksichtigt wird auch eine berufliche Tätigkeit im medizinischen oder pflegerischen Kernbereich oder im Bereich der kritischen Infrastruktur. Sollte ein Arzt einen Test empfehlen, das Gesundheitsamt ihn aber wegen mangelnder Kapazitäten anders priorisieren müssen, erhält der Arzt unverzüglich eine Rückmeldung.
 
Das Gesundheitsamt geht davon aus, dass die Zahl der Virusträger möglicherweise höher ist als die der 104 Personen, bei denen es nachgewiesen werden kann. Wir ermitteln aber nach wie vor in jedem Fall sorgfältig und prüfen alle Kontaktpersonen. Mittlerweile können wir aber nicht mehr alle Infektionsketten nachvollziehen. Wir müssen also davon ausgehen, dass das Virus nun auch Personen in sich tragen, die nicht in Risikogebieten waren. „Daher appelliere ich nochmals an alle Mitbürgerinnen und Mitbürger im Kreis, sich an die vorgeschriebenen Maßnahmen wie die Ausgangsbeschränkungen und die Hygieneempfehlungen zu halten. Das Virus ist nun allgegenwärtig“, so Landrätin Stefanie Bürkle.
 
 
Kliniken schaffen zusätzliche Kapazitäten für Covid-19 Patienten
Die SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen haben eine Reihe von Maßnahmen festgelegt, um auch bei einer weiter dynamischen Ausbreitung des  Coronavirus die Patientenversorgung sicherzustellen.
 
Seit Anfang letzter Woche wurden alle plan- und verschiebbaren Aufnahmen sowie stationäre und ambulante Operationen an allen drei SRH Krankenhäusern Im Landkreis Sigmaringen bis auf weiteres ausgesetzt. Am Standort Sigmaringen wurde eine zentrale Corona-Station eingerichtet, in der bis zu 22 infizierte Patienten behandelt werden können. Eine Ausweitung ist bis auf 42 Betten möglich. Zusätzlich wird aktuell eine spezielle Erstaufnahme-Station mit 11 Betten für Virusverdacht-Patienten eingerichtet. Mit Stand heute haben wir am SRH Krankenhaus Sigmaringen darüber hinaus 14 Intensivbetten und 10 Beatmungsplätze. Aktuell wird für die Intensivüberwachung, prophylaktisch eine weitere Station aufgebaut.
 
Die fachgerechte und qualitativ hochwertige Versorgung durch Ärzte und intensivmedizinisch geschultes Personal ist gewährleistet. Um die erforderlichen Personalressourcen für diese herausfordernde Situation sicher zu stellen, wurde in Bad Saulgau eine Station geschlossen und in Pfullendorf die Kapazität für den Regelbetrieb reduziert. Das Personal wird am Standort Sigmaringen eingesetzt. Um die Kapazität in der Intensivpflege erhöhen zu können,  falls es die Entwicklung der Coronavirus-Ausbreitung fordert, wird derzeit weiteres Pflegepersonal geschult.
 
Patienten mit Verdacht auf Corona-Infektion und infizierte Patienten werden ausschließlich im SRH Krankenhaus Sigmaringen behandelt.  In den SRH Krankenhäusern in Pfullendorf und Bad Saulgau werden jetzt ausschließlich Patienten ohne Corona-Infektion und ohne Corona-Verdacht behandelt, um den Standort Sigmaringen bei der Patientenversorgung zu entlasten. Dies ist ein aktueller Status, der je nach Entwicklung der Ausbreitung und Infektionsrate im Landkreis gegebenenfalls erneut angepasst werden muss.
 
Strukturierte Vorgehensweise mit Maßnahmenbündelung
„Innerhalb einer Woche haben wir durch eine strukturierte Herangehensweise ein konzentriertes Maßnahmenpaket und mit Hilfe unserer sehr engagierten Mitarbeiter die Grundlagen für eine  gute Patientenversorgung in dieser besonderen Situation etablieren können“, erklärt Professor Dr. Georg von Boyen, Ärztlicher Direktor der SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen. „Wir haben ein spezielles Corona-Kernteam zusammengestellt, das sich mindestens einmal täglich abstimmt, um zeitnah und effektiv die jeweilige Tagessituation zu analysieren und entsprechende Maßnahmen festzulegen.“
 
In diesem Team werden bspw. auch Möglichkeiten geprüft, um die bestehenden Kapazitäten für die Behandlung von Corona-Patienten ggf. weiter ausbauen zu können, falls der  Coronavirus sich weiterhin so stark ausbreitet.
 
Gibt es Materialengpässe?
In vielen Kliniken ist derzeit durch die dynamische Ausbreitung des Coronavirus  die rechtzeitige Materialbeschaffung ein großes Thema.  „Wir haben in allen Beschaffungsfragen die Unterstützung des SRH Konzerns, das macht es uns an manchen Stellen etwas leichter. So hat uns bspw. die Schwesternklinik, das SRH Waldkrankenhaus Gera, schnell und unbürokratisch drei Beatmungsgeräte zur Verfügung gestellt, sodass wir unsere Kapazität kurzfristig erhöhen konnten“, erklärt Christine Neu, Interimsgeschäftsführerin der SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen. „Zudem profitieren wir von der Situation, eine eigene Apotheke am Standort Sigmaringen zu haben. Sie produziert vor Ort Desinfektionsmittel, mit denen wir den eigenen Bedarf ergänzen können.“
 
Besucherstopp in den  SRH Krankenhäusern
Um die Weiterverbreitung des Coronavirus und das Infektionsrisiko für Patienten zu minimieren, besteht an  allen drei Standorten (Sigmaringen, Bad Saulgau, Pfullendorf) seit letzter Woche ein Besuchsverbot. Ausgenommen davon sind lediglich Angehörige, die einen im Sterben liegenden Patienten besuchen wollen, eine Begleitperson, welche eine Schwangere bei der Geburt begleiten möchte und die Begleitperson eines minderjährigen Kindes.
 
Zentrale Sichtung für ambulante und stationäre Patienten
Am SRH Krankenhaus  Sigmaringen befindet sich der Zugang für fußläufige ambulante und stationäre Patienten ab sofort rechts vom Haupteingang. Dies gilt auch für Patienten, die in die Zentrale Notaufnahme (ZNA) möchten.  Die Wegeführung ist ausgeschildert.  Mit dieser Maßnahme können wir sicherstellen, dass  die erste Patientensichtung durch Ärzte alle Schutzmaßnahmen erfüllt, die vom Robert-Koch-Institut empfohlen sind.

 

Kooperation mit Waldburg-Zeil-Kliniken
Mit dem privaten Klinikenverbund Waldburg-Zeil-Kliniken konnten wir die Vereinbarung  treffen, dass nicht-Corona-Patienten nach einem akutstationären Krankenhausaufenthalt weiterhin adäquat und zügig in die Rehabilitation übergeben werden können.

Kreismedienzentrum wird zum Callcenter, Hotline des Gesundheitsamtes besser und länger erreichbar
 
Um die Fragen von Bürgern und Institutionen rund um das Thema Corona noch besser aufnehmen zu können, wandelt der Landkreis Sigmaringen das Kreismedienzentrum in ein Callcenter um.
 
„Nachdem am vergangenen Montag 1.500 Telefonate über die Hotline des Gesundheitsamtes eingingen, pendeln sich die Anrufe bei durchschnittlich 600 Anrufen pro Tag ein“, berichtet die Leiterin des Fachbereichs Gesundheit Dr. Susanne Haag-Milz. „Um allen Anrufern gerecht zu werden, haben wir die Woche genutzt, um weitere Kollegen aus dem Landratsamt für die Hotline zu schulen, die nun im neu eingerichteten Callcenter im Kreismedienzentrum eingesetzt werden können“. 
 
Sie zeigt sich dankbar über den Einsatz ihrer neuen Kollegen: „Es freut mich, dass wir durch die Maßnahme nun auch die Zeiten der Hotline erweitern können. Von nun an sind wir für unsere Bürger und Institutionen unter 07571 102-6466 täglich von 9:00 bis 12:00 Uhr und von 13:00 bis 17:00 Uhr zu erreichen. Es ist großartig, dass das Gesundheitsamt nun Unterstützung aus dem ganzen Haus erfährt.“
 
Dem Team im Callcenter werden Fragen aus allen Lebensbereichen gestellt. Ramona Widmann berichtet „Wir geben unser bestmögliches und versuchen, gezielt zu informieren. Viele Bürger und Institutionen zeigen sich besorgt und suchen nach Rat, wie sie sich in ihrer Situation verhalten sollen. Die Lage ist für viele Menschen beunruhigend, daher nehmen wir auch jedes Anliegen ernst“
 
Widmann sitzt seit 7 Tagen an der Hotline : „Auffällig ist, dass an Covid-19 erkrankte Personen nun vermehrt ins persönliche Umfeld der Anrufer rücken und so häuft sich beispielsweise die Frage, wie man sich verhalten soll, wenn ein Freund einer Freundin nun den Virus hat oder was zu tun ist, wenn man Kontakt zu einem an Covid-19 Erkrankten hatte. Wir klären dann entsprechend auf und erläutern, dass man aktuell davon ausgeht, dass eine Ansteckungsgefahr bereits 2 Tage vor Beginn der ersten Krankheitssymptome bestehen kann. Personen, die engen Kontakt zu Erkrankten hatten, werden direkt vom Gesundheitsamt informiert. Für Personen, die lediglich Kontakt zu nicht erkrankten Kontaktpersonen hatten, bestehen lediglich die allgemeinen Ausgangsbeschränkungen.“. 
 
Ulrike Thalec berichtet von weiteren häufig gestellten Fragen. „Oft bekomme ich die Frage gestellt - Ich hatte Kontakt und möchte wissen, wo ich einen Abstrich bekommen kann? – Diesen Personen antworte ich dann, dass ein Abstrich nur bei vorhandenen Symptomen erfolgt und als erstes der Hausarzt telefonisch zu kontaktieren ist. Dieser entscheidet dann über die Notwendigkeit eines Abstriches, führt diesen gleich durch oder vermittelt an ein Testzentrum.“
 
Zudem möchten die Leute oft wissen, wer ihnen den Verdienstausfall zahlt, da sie wegen der Isolation nicht arbeiten können. „Diesen Personen kann ich dann Auskunft geben, dass bei Quarantäneanordnungen für Erkrankte und Kontaktpersonen, ein Anrecht auf Lohnersatzleistung über das Infektionsschutzgesetz besteht. Dies gilt jedoch nur bei Quarantänemaßnahmen, nicht bei Empfehlungen“, so Ulrike Thalec.
 
Susanne Haag-Milz zeigt sich mit der Arbeit des Callcenter-Teams zufrieden. „Alle packen mit an, nehmen die Anrufe konzentriert auf und lassen sich auf jeden einzelnen ein. Nach dutzenden Anrufen schwirrt den Mitarbeitern verständlicherweise dann auch mal der Kopf. Deswegen sind wir trotz der Aufstockung des Personals dankbar, wenn sich Fragende zunächst auf der Homepage unterwww.landkreis-sigmaringen.de/coronavirus informieren. Auf viele Fragen kann dort schon eine Antwort gefunden werden und uns bleiben mehr Ressourcen für die Beratung von Menschen im Umfeld von bestätigten Erkrankungsfällen.“ 
 
Haag-Milz fügt hinzu: “Sollten die Informationen auf der Homepage nicht ausreichen und alle Leitungen der Hotline belegt sein, helfen auch die zentralen Hotlines 0711 904-39555 oder 030  346 465 100gerne weiter. Informationen für Unternehmen, Einzelhändler und Selbstständige stehen auf der Internetseite der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Landkreis Sigmaringen (WIS) wirtschaftsradar.net bereit.“